Vorstellungsgespräch
Aus Computerwoche Karriere Wiki
Immer mehr Firmen sprechen mit den Bewerbern erst eine halbe Stunde am Telefon, um sie näher kennen zu lernen. Erst nach diesem Telefoninterview fällt die Entscheidung, ob der Bewerber zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird.
Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch
- Informieren sich sich über das Unternehmen in der Presse und im Internet. Der Wirtschaftsteil wird spätestens in Ihrer Bewerbungsphase zur Pflichtlektüre. Nutzen sie auch neue Informationsquellen wie Internet-Portale wie kununu.com oder evaluba.com, auf denen Mitarbeiter ihre Arbeitgeber anonym bewerten. Ein guter Eindruck entsteht auch, wenn Sie tiefer gehende Fragen zum Unternehmen haben. Legen Sie sich ruhig vorher eine Liste solcher Fragen an.
- Das beste Training ist die Realität. Bewerben Sie sich nicht nur bei Ihrem Traumunternehmen, sondern auch - und zwar vorher! - auf Stellen, die Ihnen nicht hundertprozentig zusagen. So haben Sie die Chance, die Situation ohne Angst vorm Scheitern zu erleben. In späteren Gesprächen werden Sie durch diese Erfahrung deutlich gelöster sein.
- Legen Sie sich vorher Antworten auf die Standardfragen zurecht. Sie können besser auf Ihren Gesprächspartner und die Besonderheiten des Interviews reagieren, wenn Sie bereits eine Antwort parat haben. Natürlich dürfen Sie nicht bloß auswendig Gelerntes abspulen. Schauspielern Sie ruhig ein wenig!
- Sie müssen keine Prüfung bestehen. Im Vorstellungsgespräch wollen zwei Seiten herausfinden, ob sie zu einander passen. Leichte Übertreibungen Ihrer Stärken schaden nicht, genau so wenig müssen Sie den potenziellen Arbeitgeber mit der Nase auf Ihre Schwächen stoßen. Bedenken Sie dabei aber, dass Sie mit Ihrem Gegenüber später zusammen arbeiten müssen. In Bereichen, die zu den Grundlagen Ihrer späteren Arbeit gehören, sollten Sie deshalb offen und ehrlich sein. Sie werden mit Ihrer Stelle nicht froh, wenn Sie später ständig mangelhafte Kenntnisse vertuschen müssen.
- Anreise und Outfit müssen vorher durchdacht worden sein. Wählen Sie eine Kleidung aus, die Ihnen steht und in der Sie sich wohlfühlen. Kleiden Sie sich entsprechend der Position, für die Sie sich bewerben und dem Image des Unternehmens. Aber verkleiden Sie sich nicht, denn Inneres und Äußeres sollten zusammenpassen und Ihren individuellen Stil zeigen. Ebenso wichtig für das Erscheinungsbild ist eine gepflegte und gut geschnittene Frisur. Für Männer bedeutet das einen zeitgemäßen Haarschnitt und einen gepflegten Bart beziehungsweise eine gute Rasur.
- Vermeiden Sie einen aufdringlichen Duft, sei es Körper- und Mundgeruch, Alkoholfahnen, Knoblauchduft oder Parfumwolken.
- Beim Schmuck ist oft weniger mehr. Je nach Branche für die Sie arbeiten möchten, reduzieren Sie extravagante Accessoires.
- Expect the unexpected! Möglicherweise lässt Sie der Personalchef eine Stunde warten. Und ist er dann da, herrscht er Sie an, Sie sollten gefälligst pünktlich kommen...Wer jetzt - vermeintlich zu Recht - aus der Haut fährt, hat eines nicht verstanden: Den Bewerber aus der Reserve zu locken ist häufig das, worauf es den Personalern am meisten ankommt. Insbesondere in Powerjobs will man wissen, wie Sie unter Stress reagieren. Also, was immer geschieht, bleiben Sie ruhig!
Verhalten im Vorstellungsgespräch
- Selbstbewusstes Auftreten: Überheblichkeit, Frechheit und Arroganz sind Eigenschaften, die die wenigsten Unternehmen vertragen. Schlüpfen Sie aber auch nicht in die Rolle eines Bittstellers, seien Sie nicht unterwürfig, denn das hat zur Folge, dass man Ihnen mangelndes Selbstbewusstsein und Unsicherheit zur Last legt. Seien Sie freundlich und interessiert, zeigen Sie selbstbewusst Ihre Kompetenz. Ihr Gegenüber wird Sie im Gespräch nicht nur an Ihren Qualifikationen messen. Er will herausfinden, ob Sie auch menschlich in die Firma und in die Position passen.
- Small Talk: Sie sollten auch fähig sein, auf Fragen nach dem Wetter, dem letzten Urlaub oder auch Ihrer Lebensphilosophie ansprechend reagieren zu künnen.
- Höflichkeit: Hier gilt es die Grundregeln zu beachten. Dass Sie Ihr Kaugummi vor dem Gespräch unauffällig entsorgen, sollte ebenso selbstverständlich sein wie die Vermeidung von Umgangssprache und Kraftausdrücken. Sie sollten sich aber beispielsweise auch nicht auf den nächstbesten Stuhl setzen, sondern warten, bis Ihnen ein Platz angeboten wird.
- Begrüßung: Seien Sie am Tag des Gesprächs auf jeden Fall pünktlich und gehen Sie offen auf Ihre Gesprächspartner zu, lächeln Sie und begrüßen Sie den Gesprächspartner mit einem festen Händedruck. Halten Sie Blickkontakt, starren Sie aber nicht. Vermeiden Sie Körperhaltung und Bewegungen, die Nervosität oder Abwehr signalisieren. Überlassen Sie Ihrem Gegenüber das erste Wort und lassen Sie ihn ausreden. Eine ausgesprochen schlechte Idee ist es, den Anderen zu verbessern, etwa seine - Ihrer Meinung nach - schlechte Aussprache von englischen Fachtermini zu korrigieren. Fettnäpfchen dieser Art sind es, die ein Gespräch zum Scheitern verurteilen. Andererseits werden Sie diese groben Schnitzer mit Sicherheit vermeiden, wenn Sie sich die Bedeutung der Situation klar machen und sich vorher überlegen, was für einen Eindruck Ihr Verhalten auf einen Dritten macht.
- Sprache: Sprechen Sie also von sich nur in der Ich-Form. Seien Sie sich Ihrer Stärken und Schwächen bewusst. Zwar sollten Sie nicht übertrieben fröhlich sein, wie die Darsteller in einem Werbespot, doch schafft ein freundlicher Ton sogleich eine angenehme und positive Atmosphäre. Seien Sie deshalb aufgeschlossen und sprechen Sie deutlich. Auch wenn man mal versuchen sollte, Sie aus der Fassung zu bringen, bewahren Sie Ruhe und bleiben Sie höflich. Selbst wenn diese Praxis mehr als fragwürdig ist, will man Sie eventuell nur provozieren und testen, wie professionell Sie reagieren.
- Schlechte Formulierungen:
Ich glaube, ich denke, ich meine ...
Ich möchte gerne ...
Wäre es vielleicht möglich ...?
Ich habe ein bisschen ...
- Bessere Formulierungen:
Meine Stärken sind ...
Ich stelle mir vor ...
Bitte prüfen Sie ob, ...
Ist es möglich ... ?
Ich habe Grundkenntnisse in ...
So bekommen Bewerber ihre Nervosität in Griff
Hier einige Tipps, wie Sie besser mit Ihrer Nervosität umgehen können und so souveräner auftreten. Schaffen Sie solide Grundlagen, damit Sie sich gut fühlen: Bereiten Sie sich inhaltlich gut auf das Gespräch vor. Die Gewissheit, gut gewappnet zu sein, stärkt das Selbstbewusstsein enorm.
- Umgeben Sie sich mit einem positiven Umfeld, das an Sie glaubt und Sie unterstützt. Meiden Sie Menschen, die pessimistisch sind und Sie negativ beeinflussen. Schlafen Sie ausreichend, um Ihr ganzes Potenzial ausschöpfen zu können.
- Nehmen Sie sich Zeit und planen Sie Verzögerungen ein, damit Sie nicht gehetzt und abgekämpft wirken, wenn Sie das Gespräch führen.
- Vermeiden Sie aufputschende Mittel wie Kaffee, die Ihre Nervosität nur noch steigern.
- Konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung, vor allem auf das Ausatmen: Atmen Sie tief und regelmäßig ein und aus, sodass sich Ihre Bauchdecke hebt und senkt. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf den Atemrhythmus und lenken Sie sich so ganz von Ihrer Nervosität ab. Sie werden merken, dass Ihre Anspannung deutlich zurückgeht.
- Alles lässt sich lernen! Üben Sie das Bewerbungsgespräch mit Freunden, das lässt Sie "im Ernstfall" bestimmt sicherer wirken. Auswendiglernen hilft Ihnen allerdings nicht weiter, sondern lassen Ihre Antworten steif erscheinen.
Die Rolle des Interviewers im Vorstellungsgespräch
- Der professionelle Interviewer versteht sein Geschäft und ist in der Regel gut auf Sie vorbereitet. Er wird Ihre Persönlichkeit kennen lernen wollen und Ihre fachlichen Kompetenzen sowie Ihr Sozialverhalten prüfen. Seine Fragen beinhalten oft mehrere Punkte, auf die Sie möglichst strukturiert antworten sollten. ( Ein Beispiel: "Mit welcher Arbeitsmethode arbeiten Sie? Wie wenden Sie sie an? Wie sind Sie damit zufrieden?") Überlegen Sie einen Moment und gliedern Sie Ihre Ausführungen. Untermauern Sie nach Möglichkeit Ihre Antwort mit positiven Beispielen aus Ihrem persönlichen Erfahrungsschatz.
- Einen unprofessionellen Interviewer erkennen Sie daran, dass er nicht auf Sie und die Gesprächssituation vorbereitet ist. Möglicherweise führt er nur deshalb das Gespräch, weil gerade kein anderer Kollege Zeit hat oder weil er Ihr künftiger Vorgesetzter sein wird. Das heißt nicht, dass er ein schlechter Interviewpartner sein muss. Vielleicht kommt es nur zu einem netten Plausch, in dem sich Ihr Gegenüber ein Bild von Ihnen machen kann. In jedem Fall wird es ein recht unstrukturiertes Gespräch werden.
Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Gegenüber weiß nichts über Sie und stellt auch nicht die nötigen Fragen, dann versuchen Sie das Ruder selbst in die Hand zu nehmen. Geben Sie ihm unaufgefordert Auskunft über Ihren Lebenslauf, Werdegang und Ihre beruflichen Erfahrungen. Stellen Sie Fragen zur Position und zum Unternehmen. Bohren Sie nach. Sollte der Interviewer Ihr künftiger Vorgesetzter sein, überlegen Sie es sich ernsthaft, ob Sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen könnten.
Standardfragen im Vorstellungsgespräch
Warum haben Sie sich für den Beruf als xy entschieden?
Das Unternehmen möchte wissen, ob Sie sich bewusst oder eher zufällig diesen Beruf ausgesucht haben. Eine Antwort wie „Ich wusste damals nicht so recht, was ich machen sollte“, wird den Personalchef wenig überzeugen. Zeigen Sie Leidenschaft!
Sie haben Physik studiert und bewerben sich nun für ein Volontariat. Woher kommt dieser Sinneswandel?
Bei dieser Frage will das Unternehmen erkennen, wie gut Sie diesen Schritt durchdacht haben und ob mit einem weiteren Richtungswechsel zu rechnen ist. Am besten Sie begründen diesen Schritt schon vorher ungefragt, entweder schon bei der schriftlichen Bewerbung, oder im Gespräch.
Warum haben Sie über 20 Semester studiert?
Falls es bei Ihnen wirklich etwas länger gedauert haben sollte, können Sie mit dieser Frage rechnen. Bleiben Sie ruhig und begründen Sie sachlich. Falls Sie jedoch einfach nur faul waren und nur das schöne Studentenleben nicht frühzeitig aufgeben wollten, sollten Sie sich eine bessere Ausrede einfallen lassen. Verfallen Sie jedoch nicht zu sehr in Rechtfertigungen in denen jeder Satz im einem „Äh“ oder „Oh“ beginnt.
Was hat ihnen in der Ausbildung am meisten Spaß gemacht?
Lassen Sie bei der Beantwortung der Frage Ihrer Begeisterung freien Lauf und versuchen Sie schon einen Bezug zu Ihrem potenziellen neuen Arbeitgeber herzustellen. Die Arbeitgebervertreter müssen erkennen, dass Sie Spaß daran hätten in dem Unternehmen anzufangen.
Unerwartete Fragen im Vorstellungsgespräch
Ziel solcher Fragen ist es, Ihre Reaktion, Spontanität und Ihre Soft Skills" zu testen, also Eigenschaften wie Teamfähigkeit, Entscheidungsfreudigkeit oder Kreativität. Grundsätzlich ist zu beachten, dass Sie auf diese überraschenden Fragen besonnen reagieren und sich nicht zu negativen oder voreiligen Äußerungen hinreißen lassen sollten.
- Wie definieren Sie Zusammenarbeit? Diese Frage zielt auf ihre Fähigkeit zur Teamarbeit ab. Überlegen Sie, ob die Stelle einen Einzelkämpfer oder Teamplayer erfordert. Legen Sie sich nicht fest, sondern machen Sie deutlich, dass Sie beides können. Eine diplomatische Antwort wäre: "Ich arbeite gerne in einem Team, in dem jeder seine individuellen Ideen und Erfahrungen einbringen kann. Ich traue mir zu, Entscheidungen zu treffen und mit Kollegen an einem Strang zu ziehen."
- Worin waren Ihr ehemaliger Vorgesetzter und Sie nicht einer Meinung? Hüten Sie sich davor, über Ihren ehemaligen Chef zu lästern - darauf warten die Unternehmensvertreter vielleicht nur. Gehen Sie diplomatisch vor und äußern Sie sich nur objektiv und loyal gegenüber ihrem alten Arbeitgeber.
- Welche persönlichen Eigenschaften sind nötig, um auf Ihrem Gebiet erfolgreich zu sein? Meist steht die Antwort auf diese Frage schon in der Stellenausschreibung. Versuchen Sie sich zu erinnern, welche Eigenschaften von den Bewerbern gefordert wurden und unterstreichen Sie, dass Sie diese Anforderungen erfüllen.
Diese Beispiele zeigen, dass es auf diese Art von Fragen keine eindeutigen Antworten gibt und diese auch nicht von Ihnen erwartet werden. Hier ist nur gefragt, wie Sie an ein Problem herangehen. - Wie hoch schätzen Sie den Marktanteil von Mercedes in Schweden ein? Haben Sie sich beim Lesen dieser Frage beobachtet? Was war Ihre erste Reaktion? "Was für ein Blödsinn" oder eher "Wie bitte?", vielleicht auch "Woher soll ich das wissen". Es wäre Zufall, wenn Sie auf diese Art Frage eine eindeutige Antwort parat hätten.
Was der Interviewer von Ihnen hören möchte, ist ein Lösungsweg. Hüten Sie sich davor, dem Interviewer eine Zahl zu nennen. Der Interviewer möchte, dass Sie laut denken. Damit zeigen Sie, dass Sie zum einen in der Lage sind, logisch und analytisch zu denken und zum anderen dass Sie mit Zahlen umgehen können.
Erscheint Ihnen die Frage zu allgemein oder ist sie Ihnen unklar, stellen Sie entsprechend Rückfragen, wie "Wenn Sie von Mercedes in Schweden sprechen, meinen Sie dann den Marktanteil der PKWs oder LKWs?" oder "Zielt Ihre Frage auf die Anzahl der Autos von Mercedes in Schweden oder den Wert der Fahrzeuge?".
Unerlaubte Fragen im Vorstellungsgespräch
Grundsätzlich darf der Arbeitgeber nur nach Dingen fragen, die bei der Besetzung der Stelle eine Rolle spielen. Ob der Bewerber nun seit 40 Jahren verheiratet ist oder in einer eheähnlichen Gemeinschaft mit seinem Goldfisch lebt, geht den Arbeitgeber nichts an.
- Letztendlich ist jedoch die Art der zu besetzenden Stelle entscheidend, so darf ein Redakteur einer Tageszeitung durchaus nach seiner politischen Einstellung gefragt werden, da dies unmittelbar mit seinem Beruf zusammenhängt. Soll eine Putzfrau eingestellt werden, ist diese Frage unzulässig.
- Krankheiten gehen den Chef etwas an, wenn sie ansteckend sind und die Gefahr besteht, dass nach einer Woche das ganze Büro lahmgelegt ist. Auch nach einer chronischen Krankheit darf gefragt werden, da diese eventuell die Dauer der Arbeitsfähigkeit beeinflussen könnte.
- Der aktuelle Kontostand des Bewerbers geht den Arbeitgeber nichts an, es sei denn, Sie müssen mit Lohnpfändungen rechnen. Es ist zwar peinlich dies zu erwähnen, letztendlich wird es der künftige Chef jedoch sowieso erfahren. Bei Vertrauenspositionen, wie als Chefsekretärin oder Buchhalter, kann der Arbeitgeber nach Schulden fragen. Kenntnisse über interne Pläne und Entwicklungen machen Sie als neuen Mitarbeiter für Konkurrenten sehr interessant und vielleicht sogar erpressbar.
- Welchen Neigungen und Hobbys der Bewerber in seiner Freizeit nachgeht, hat den Chef in spe ebenfalls nicht zu interessieren. Aber auch hier gibt es Ausnahmen: So müssen besonders gefährliche Sportarten, wie Fallschirmspringen oder Freeclimbing, auf Nachfrage angegeben werden.
- Eine Gewerkschaftszugehörigkeit stellt für viele Arbeitgeber ein rotes Tuch dar. Der aufmüpfige Arbeitnehmer, der immer mehr Rechte fordert, steht nicht besonders hoch im Kurs. Kein Problem - verschweigen Sie ihm einfach Ihre Mitgliedschaft, sie geht ihn nichts an.
Fragen des Bewerbers im Vorstellungsgespräch
Sie sollten das Vorstellungsgespräch auch als Chance erkennen, mehr über die Firma und das Betriebsklima zu erfahren. Sie müssen sich nicht nur selbst verkaufen, auch das Unternehmen will eine gute Arbeitskraft gewinnen! Beurteilen Sie also das Gespräch und Ihre Interviewer danach, ob sie Ihnen überhaupt zusagen. Fragen Sie sich, ob Sie in dieser Firma anfangen wollen.
Bei fast jedem Vorstellungsgespräch hat der Bewerber gegen Ende des Gesprächs die Möglichkeit, dem Unternehmensvertreter ein paar Fragen zu stellen. Diese Chance sollten Sie nutzen, da gerade diese Fragen den positiven Ausschlag für eine Einstellung geben könnten.
Sie sollten sich nicht scheuen, einige Fragen schon im Vorfeld aufzuschreiben und sich während des Gesprächs Notizen zu machen. Achten Sie darauf, möglichst offene Fragen zu stellen, also Wer-, Was- oder Wie- Fragen, die Ihr Gegenüber mit längeren Ausführungen und nicht nur mit Ja oder Nein beantworten muss.
Wichtig ist letztendlich, dass Sie die Fragen nicht aus Höflichkeit stellen, sondern aus wirklichem Interesse heraus. Die Unternehmensvertreter haben schon Dutzende solcher Gespräche hinter sich und sind in der Lage, genau zu differenzieren, ob ein wirkliches Interesse am Unternehmen besteht oder nicht.
Empfehlenswert sind Fragen über ihre künftige Position im Unternehmen. Auch die gängigen Arbeitsweisen können Sie erfragen, ob eher Einzel- oder Teamarbeit zu erwarten ist. Weitere Fragen könnten den Führungsstil, die Handlungsspielräume, die Aufstiegsmöglichkeiten oder die Weiterbildung betreffen. Auch Fragen über die allgemeine Zukunft des Unternehmens können gestellt werden. Gut platziert verdeutlichen Sie ein wirkliches Interesse an dem Unternehmen und steigern Ihre Chancen auf eine Einstellung erheblich.
Bevor Sie Ihre Fragen formulieren, sollten Sie sich die Stellenanzeige nochmals durchlesen und auf der Homepage des Unternehmens nachlesen. Welche Fragen haben Sie ad hoc? Beschreiben Sie auch einem Freund die Position und lassen Sie sich Fragen stellen. Welche können Sie nicht beantworten?
Fragen an das Unternehmen könnten sein:
- Wie muss ich mir meine künftige Position vorstellen?
- Werde ich alleine oder im Team arbeiten?
- Was werden meine konkreten Aufgaben sein?
- Werde ich Mitarbeiter- beziehungsweise Budgetverantwortung haben?
- Gibt es jetzt schon festgesetzte Ziele, die ich erreichen muss?
- Mit welchen Kollegen werde ich zusammenarbeiten? (Kann ich diese vorher kennenlernen?)
- Wie sieht mein Arbeitsplatz aus? Werde ich im Großraumbüro arbeiten oder ein Einzelbüro haben?
- Wie ist die Computerausstattung? Arbeiten Sie mit XY?
- Wie sind die Chancen, nach der Ausbildung übernommen zu werden?
- Werde ich alle Bereiche des Unternehmens während der Ausbildung durchlaufen?
- Wie lange bin ich in einer Abteilung?
- Kann ich auf meinen Ausbildungsweg Einfluss nehmen?
- Wie ist meine Position hierarchisch angesiedelt?
- Welcher Führungsstil wird praktiziert?
- Wie werden meine ersten drei Monate bei Ihnen aussehen?
- Bieten Sie ein spezielles Einarbeitungsprogramm für Ihre Mitarbeiter an? Wie sehen diese aus?
- Welche Aufstiegsmöglichkeiten bieten sich mir?
- Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?
- Ist ein Einsatz im Ausland grundsätzlich möglich? Welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt werden?
- Wie hoch wird die Reisetätigkeit sein?
- Was gefällt Ihnen persönlich an Ihrem Unternehmen am besten?
Diese Fragen sollten Bewerber vermeiden:
- Was kann ich verdienen? Wer schon im ersten Vorstellungsgespräch nur vom Geld redet, wird kaum Chancen haben, den angestrebten Traumjob zu bekommen. Meistens werden Fragen rund um das Gehalt erst im zweiten Gespräch abgeklärt.
- Wie steht es mit Weihnachtsgeld und betrieblicher Altersversorgung? Auch Fragen nach Sonderleistungen sollten unbedingt vermieden werden. Einige dieser Themen wird ein professioneller Interviewpartner im Laufe des Gesprächs sowieso ansprechen.
Werden Sie im ersten Gespräch nach Ihren Gehaltswünschen gefragt, sollten sie antworten können. Machen Sie sich im Vorfeld präzise Gedanken über Ihre Gehaltswünsche und prüfen Sie vorher, ob diese auch realistisch sind.

